Rücküberführung Krefeld - Gerolstein 21.-23.11.2015

Nach genau 1414 Tagen ist die 52 6106 am 23.11.2015 gegen 1 Uhr nachts wieder in Gerolstein eingetroffen. Doch der Reihe nach... In Absprache mit den Eisenbahnwerkstätten Krefeld (EWK) wurde die Rücküberführung für das Wochenende 21./22.11. geplant. Die EWK mussten bis dahin alle noch direkt an der Lok notwendigen Arbeiten abschließen. Die alten Einströmrohre waren in weiten Teilen so weit abgezehrt, dass diese komplett neu anzufertigen waren. Dies geschah aus Rohr mit 8 mm Wandstärke, wodurch sich das notwendige Biegen aufwendig gestaltete. Nachdem die neuen Rohre eingebaut waren, wurden die Durchlässe in der Rauchkammer mit neuen Passblechen aus Kupfer abgedichtet. Außerdem wurde der Kamin gesandstrahlt und aufgetretene Anrisse ausgebessert. Danach konnte er wieder genau über dem neuen Standrohr und den neuen Blasrohrkopf ausgerichtet werden. Sowohl das genaue Ausrichten von Kamin und Blasrohr, als auch die Dichtheit der Rauchkammer an allen Stellen, sind im Betrieb essentiell für eine gute Dampfentwicklung des Kessels. Dazu wurde auch die nach Bundesbahn-Vorbild aufgearbeitete Rauchkammertür wieder montiert und die Dichtfläche entsprechend abgerichtet. Nach Abschluss der Arbeiten in der Rauchkammer, konnte diese schließlich mit einem Betonausguss zum Schutz gegen Ausglühen durch heiße Lösche versehen werden. An der Dampfmaschine wurden die überholten Kolben mit aufgearbeiteten Trag- und Stropfbuchsen eingebaut. Außerdem wurden die Kreuzköpfe auf die neu geschliffenen Gleitbahnen ausgerichtet. Dazu mussten diese komplett zerlegt und überarbeitet werden, um ebene Flächen herzustellen. Die nicht mehr benötigten Anschlüsse der Winterthur-Druckausgleicher wurden blind geflanscht und die Feuerbüchse mit einem neuen Feuerschirm aus einem Guss versehen.

Das eigentliche Unternehmen Rücküberführung startete bereits am Freitagabend, da wurde ein Trafotransportwagen mit V100 2299 der VEB nach Dortmund-Obereving gebracht und dort an die Dortmunder Eisenbahn übergeben. Nach der Übernachtung in Dortmund, ging es am Samstagmorgen mit der V100 weiter nach Krefeld. Hier standen nun zunächst einmal das Einräumen diverser Teile und Rohrleitungen der Lok in die Rauchkammer sowie in den Begleitwagen auf dem Plan. Danach musste die Lok für die immerhin 167 km lange Reise in die Heimat komplett abgeschmiert werden und auch am Begleitwagen standen noch kleinere Arbeiten an. Am Nachmittag wurden schließlich Lok und Tender wieder miteinander gekuppelt, danach erfolgte das Befüllen von Kessel und Tender mit Wasser. Im Kessel dient das Wasser dazu die Schwingungen des Rohrsatzes während der Fahrt zu dämpfen, die Teilbefüllung des Tender erfolgte aus Ballastgründen. Anschließend konnte der Zug zusammengestellt werden, es folgte die übliche Zugvorbereitung. Gegen 16:45 Uhr startete die Fuhre dann in Richtung Neuss. Bei einem kurzen Zwischenhalt wurden die Lager kontrolliert, alle liefen kalt und gegen 19 Uhr war der Abstellplatz für die Übernachtung in Neuss erreicht. Der Fahrplan für den nächsten Tag war spät angesetzt, da auf der Eifelstrecke, bedingt durch Bauarbeiten in Erftstadt und somit nicht zur Verfügung stehender Gleiskapazitäten für Kreuzungs- und Überholungshalte, erst ab 20:30 Uhr eine ausreichend große Zuglücke im Regelfahrplan zu erwarten war. Optimistisch, dass sich doch noch eine außerplanmäßige Lücke ergeben könnte, ging es bereits 3 Stunden vor der Planabfahrtszeit in Neuss los. Durch Verkürzung des eingeplanten Kontrollhaltes in Dormagen, wurde Hürth-Kalscheuren bereits gegen 13 Uhr erreicht. Wie bereits am Vortag lief die 52 trotz der langen Standzeit in Krefeld bestens und zeigte keinerlei Auffälligkeiten.

Leider ergab sich doch keine Lücke für den nur 30 km/h schnellen Überführungszug und somit eine 7 ½ stündige Zwangspause in Hürth-Kalscheuren, die vom Personal u.a. zum Aufräumen des Begleitwagens genutzt wurde. Erst um 20:30 Uhr konnte endlich in die letzte Etappe angetreten werden. Von Erftstadt bis Mechernich ging es sogar für die Eifel standesgemäß in dieser Jahreszeit durch schneegepuderte Landschaft. Gegen 1 Uhr in der Nacht traf die Fuhre schließlich planmäßig im Heimatbetriebswerk ein und wurde bis zum nächsten Tag am Hausbahnsteig abgestellt. In Gerolstein wird die Maschine nun in den kommenden Wochen und Monaten durch die Werkstatt der VEB und die Lokpflegegruppe weiter komplettiert, um dann hoffentlich im Lauf des Jahres 2016 endlich wieder für Sonderfahrten zur Verfügung zu stehen.

Bei einsetzender Dämmerung verlässt der Überführungszug Krefeld in Richtung Neuss

Bei einsetzender Dämmerung verlässt der Überführungszug Krefeld in Richtung Neuss

 

In der Galerie sind weitere Bilder der Überführung hinterlegt.

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