Wiederinbetriebnahme 14.-15.03.2017

Es ist geschafft, nach unglaublichen 2.036 Tagen konnte die 52 6106 am 14. März endlich wieder das erste Mal angeheizt werden! Der Termin war schon seit längerem mit allen Beteiligten abgesprochen und so wurde in den letzten Wochen vor allem von der VEB Werkstatt fleißig darauf hingearbeitet. Auch die Eisenbahn Werkstätten Krefeld (EWK) waren rechtzeitig zum Einbau der Treibstangen inklusive neu ausgegossener Lager nach Gerolstein gekommen.

Vor dem Anheizen wurde zunächst der Kessel wieder mit Wasser gefüllt und auch die Speiseleitungen mit Wasserleitungsdruck beaufschlagt, um so alle Verbindungsstellen auf Undichtigkeiten prüfen zu können. Erwartungsgemäß konnten einige Undichtigkeiten festgestellt und direkt beseitigt werden. Es mussten unter anderem die Dichtung am vorderen Gestra-Ventil und ein Umstellhahn der Nässeinrichtung erneuert werden sowie verschiedene Verschraubungen nachgezogen oder Dichtungen ausgetauscht werden. Außerdem wurden die Schrauben am Überhitzer nachgezogen, da auch hier Undichtigkeiten auftraten. Als echter Knackpunkt stellte sich jedoch eine Undichtigkeit am Regler heraus. An diesem hatte sich der Sitz des Hilfsventils gelöst, dies konnte erst nach mehreren Versuchen unter Druck und schließlich dem Ausbau des Reglers festgestellt werden. Der Regler wurde dann kurzfristig zu den EWK nach Krefeld gebracht und dort sofort überarbeitet. Nach dem Wiedereinbau und dem Verschließen des Domdeckels zeigte sich glücklicherweise, dass die Reparatur erfolgreich war. Damit war nun alles bereit für den großen Tag. 

Am Dienstagmorgen wurden Lok und Tender wieder zusammengekuppelt und zum Anheizen vorbereitet. Gegen 10 Uhr war es dann soweit, endlich brannte wieder ein Feuer in der Feuerbüchse der 52 6106. Die Lok wurde langsam hochgeheizt und dabei genau beobachtet. Außerdem war bereits ein Prüfmanometer zum späteren Einstellen der Kesselsicherheitsventile parallel zum regulären Kesseldruckmanometer angebracht worden. Im Laufe des Nachmittags war der Druck dann soweit angestiegen, dass die Aggregate getestet werden konnten. Beide Strahlpumpen funktionierten bereits ab 6 bar Kesseldruck einwandfrei. Die vollständig aufgearbeitete Luftpumpe arbeitete ebenfalls zur vollsten Zufriedenheit. Mittlerweile war der Druck soweit gestiegen, dass die Lok zum Ausblasen der Schieber aus dem Schuppen gezogen werden konnte. Danach wurde sie weiter bis zum Höchstdruck hochgeheizt, damit die Sicherheitsventile eingestellt werden konnten. Leider hat dabei das linke Sicherheitsventil nach dem Abblasen bei 16 bar nicht wieder vollständig geschlossen, sodass dieses nochmals abgebaut und nachgearbeitet werden muss. Da das Einstellen der Sicherheitsventile so nicht vollkommen erfolgreich war, wurde die Lok über die Nacht nicht unter Dampf gelassen. Am Abend wurde noch ein undichtes Rohr ausgebaut, am Mittwochmorgen direkt nachgelötet und wieder eingebaut. Zudem wurden die Verschraubungen an den Ablassrohren der Wasserstände abgedichtet. Danach konnte die Maschine erneut angeheizt werden. Da der Kessel noch sehr warm war, verlief das Anheizen zügig und so zeigte Kesselmanometer bereits um 11 Uhr wieder 10 bar Druck.

Durch die EWK erfolgte nun der Anbau der Schwingenstangen und der Einbau der Schieber. So konnte die Lok am Nachmittag endlich wieder die aus eigener Kraft auf die Drehscheibe fahren. Ein sehr bewegender Moment für alle Beteiligten! Nach den ersten Metern in beide Richtungen, ging es zum Anbau der Zylinderentwässerungsventile zurück in Richtung Lokschuppen. Im Anschluss daran wurde noch ein paar mal hin- und hergefahren und dabei die Bremse etwas angelegt, um die Einstellung der Steuerung überprüfen zu können. Am frühen Abend erfolgte dann das Abrüsten, was u.a. das Entschlacken der Lok und das Leeren des Aschkastens beinhaltet.

Die erste Inbetriebnahme nach nunmehr fünfeinhalb Jahren lief insgesamt zur vollen Zufriedenheit ab. Es sind natürlich Punkte zur Nacharbeit aufgetreten, aber nichts was für eine Inbetriebnahme nach einer so umfangreichen Aufarbeitung ungewöhnlich wäre. Die Nacharbeitspunkte werden jetzt sukzessive angegangen, außerdem sind bis zur ersten Probefahrt auf der Strecke noch weitere Arbeiten, wie beispielsweise die Inbetriebnahme von Funk und PZB-Anlage, zu erledigen. Dies wird nun in den nächsten Wochen und Monaten erfolgen.

52 6106 legt die ersten Meter aus eigener Kraft auf dem Betriebsgelände in Gerolstein zurück

In der Galerie sind Bilder der Wiederinbetriebnahme hinterlegt.

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