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Mit Ende des zweiten Weltkrieges waren die Vertreter der Baureihe 52 über fast ganz Europa verstreut. Maschinen fanden sich u.a. in Belgien, Luxemburg, Frankreich, Österreich, Norwegen, Polen, Ungarn, der Tschechoslowakei, Türkei und in der Sowjetunion. Die meisten Loks verblieben als Beuteloks in den jeweiligen Staaten, in Deutschland waren bei Kriegsende ca. 2.200 Exemplare vorhanden. Nach dem Krieg wurden aus vorhandenen Teilen sogar noch 300 weitere Maschinen der Kriegskonstruktion gebaut, die jetzt beim friedlichen Wiederaufbau halfen. Mit der deutschen Teilung wurde auch der Lokbestand zwischen der Deutschen Reichsbahn (DR) der DDR und der Deutschen Bundesbahn (DB) der BRD aufgeteilt, wobei mit 1.500 Loks rund doppelt so viele 52er bei der DR verblieben.

 

Die DB konnte aufgrund des großen Bestands der Baureihe 50 relativ schnell auf die Baureihe 52 verzichten. Einige Maschinen dienten einige Jahre als Versuchsträger für neuartige Bauteile, wie z.B. Heißdampf-Regler, Speisepumpen oder Mischvorwärmer, welche bei den späteren DB-Neubaudampfloks Verwendung fanden. Bereits 1954 hatte die DB nur noch 100 Maschinen im Bestand, bis 1963 waren fast alle 52er verschwunden. Allerdings wurden noch viele aus nicht alterungsbeständigem St 47k Stahl gefertigte Kessel der Baureihe 50 mit aus St 34 Stahl bestehenden 52er Kesseln getauscht.

 

Ganz anders sah die Situation bei der DR aus. Hier konnte man auf absehbare Zeit nicht auf die Baureihe 52 verzichten, da ein Mangel an leistungsfähigen Einheitsloks der Baureihen 41, 44 und 50 vorherrschte. Im Jahr 1957 begann man daher 69 Maschinen einer Generalreparatur (GR) zu unterziehen, um kriegsbedingte Mängel und Vereinfachungen zu beseitigen. Die Lokomotiven erhielten dabei als wichtigste Maßnahmen Achslager-Stellkeile, wofür die Achslagerführungen vergrößert werden mussten. Mit dem Einbau einer Mischvorwärmeranlage Bauart IfS/DR veränderten die Maschinen auch ihr äusseres Erscheinungsbild. Der Mischkasten wurde vor dem Schornstein in der um 200 mm verlängerten Rauchkammer platziert, während die Mischpumpe an einem Pumpenträger auf der Heizerseite in Fahrzeugmitte montiert wurde. Im Rahmen des Umbaus musste einer der Hauptluftbehälter auf das Umlaufblech auf der Lokführerseite weichen. Darüber hinaus erhielten die als 52 GR bezeichneten Loks einen neuen Stehkessel nach Originalzeichnungen, allerdings in geschweißter Form und mit zwei Wasserständen. Über eine genietete Rundnaht wurden Lang- und Stehkessel miteinander verbunden.

52 5448-7 GR steht heute als Denkmallok im Leipziger Hauptbahnhof - Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia
52 5448-7 GR steht heute als Denkmallok im Leipziger Hauptbahnhof - Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia

Ursprünglich für wenige Jahre konzipiert, versahen die Vertreter der 52 Altbau & Generalreparatur bis in die 1970er und teilweise sogar noch bis in die frühen 1980er ihren Dienst bei der DR und waren somit die längste Zeit ihres Lokomotivlebens im Friedenseinsatz unterwegs. Vor allem in den Bahnbetriebswerken Engelsdorf, Dresden, Zittau, Cottbus, Görlitz, Kamenz, Altenburg, Zeitz sowie in Berlin waren die Maschinen zahlreich vertreten.

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